Unsere Tracht

Die Hollenstedter Tracht
Unsere Tracht wurde in Hollenstedt und Umgebung um das Jahr 1850 so getragen. Auffällig ist der Hut (Spint) unserer Männer, der aufgrund seiner Größe überall für Erstaunen sorgt.
Die erwachsenen Frauen tragen bei Auftritten eine Festtagstracht und die Jugendlichen die Arbeitstracht.

Seit der Gründung der Volkstanzgruppe wird daran gearbeitet die Tracht die wir bei den Auftritten tragen dem historischen Vorbild anzunähern. Das ist eine aufwendige Suche in Archiven, Museen und auch auf Dachböden. Leider gibt es nur sehr wenig erhaltene Stücke. Seit zwei Jahren forschen wir wieder intensiver um unsere Tracht möglichst historisch zu rekonstruieren. Die Ergebnisse werden dann an dieser Stelle vorgestellt.

 

Die Tanzkleidung der Kinder
Die Erwachsenen tragen die Hollenstedter Tracht von 1850. Zu jener Zeit trugen die Kinder sobald sie laufen konnten die Kleidung der Erwachsenen – nur in klein. Spezielle Kinderkleidung gab es zu diesem Zeitpunkt in ländlichen Gegenden nicht. Damit sich unsere Mädchen jedoch beim Tanzen frei und unbeschwert bewegen können tragen sie bis zum 9. Geburtstag die Hamburger Kittelschürze (ca. 1900) mit Bluse und Unterrock.

Hierbei handelt es sich allerdings nicht mehr um eine Tracht. Da eine Tracht immer eine besondere Kleidung ist, die typisch für eine Volksgruppe, oder eine bestimmte Gegend ist. Die Kittelschürze wurde jedoch um die Jahrhundertwende in verschiedenen sich sehr ähnlichen Stilen im gesamten Kaiserreich getragen und ist somit eher ein überregionales Symbol für eine ganze Epoche.

Geschichtliches

Die Kittelschürze oder auch Schulschürze war zu Beginn des 20. Jahrhunderts deutliches Zeichen der Kindheit und wurde ausschließlich von Mädchen getragen. Die Schürze bestand aus weißem Leinen, schwarzem Alpaka oder aus gestreifter Baumwolle. Je vornehmer die Schule, desto feiner Schnitt und Stoff. Sie wurde entweder über dem Kleid oder als Kittelschürze anstelle des Kleides getragen. Sie diente um die Jahrhundertwende nicht nur der Befreiung (Reformkleidung) aus der teilweise schon bei Mädchen geschnürten, unbequemen und ungesunden Kleidung, sondern auch als eine Art der Uniformierung. Die pädagogische Absicht dahinter, zielte darauf ab, die Kinder vor Überheblichkeit und Eitelkeit zu bewahren (Kaiserreich).

Sozialpädagogische Gesichtspunkte der Einführung einer einheitlichen Schulkleidung, Diplomarbeit, Katholische Fachhochschule Freiburg, 2002, Simone Büchle

Schulkleidung in Deutschland, Analyse und Wertung von Schülermeinungen zwischen dem 10. und 16. Lebensjahr, Diplomarbeit, Technische Universität Berlin, 2002, Britt Gaab

Heute

Unsere Mädchen tragen zu einem mit Spitze besetzten weißen Baumwollunterrock ein weißes Baumwollhemd. Darüber tragen sie eine blau-weiß gesteifte baumwollene Kittelschürze. Hier kommt der traditionelle, norddeutsche, blau-weiß gestreifte Baumwollstoff zum Einsatz. Die Schnitte sind dem historischem Vorbild nachempfunden.